Zertifizierung der Spitäler Hochrhein-Stroke-Unit

Spital Waldshut mit Schlaganfallzentrum - Zertifizierung der Spitäler Hochrhein-Stroke-Unit

Die Schlaganfall-Spezialabteilung (Stroke Unit) der Medizinischen Klinik am Spital Waldshut erhielt die offizielle Zertifizierung nach den Kriterien der Arbeitsgemeinschaft Schlaganfallstationen Baden-Württemberg (AGSW). Die Prüfer der LGA-Intercert haben im Auftrag  der AGSW  die Stroke Unit der Spitäler Hochrhein GmbH einen Tag lang unter die Lupe genommen.  Im Rahmen des Zertifizierungsaudits wurde der im vergangenen Jahr aufwändig ausgebauten Spezialeinheit nun eine hervorragende Leistung bei der 24-Stunden-Akutversorgung neurologischer Notfälle und damit kurze Wege mit schneller und umfassender medizinischer und pflegerischer Betreuung bestätigt.

Aus aktuellem Anlass wird Chefärztin Dr. Sun Ju Kim im Rahmen der Sonntagsgespräche im Spital Waldshut am 28. Mai 2017 um 11:15 Uhr über die moderne Schlaganfalltherapie referieren (das ursprünglich vorgesehene Thema „Herzklappenerkrankungen“ wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Stroke Units sind Spezialstationen, auf denen Schlaganfall-Patienten durch ein multiprofessionelles Team ausÄrzten, Pflegenden, Neurologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeiter - betreut werden. Durch dieses Konzept hat die Therapie der Schlaganfallpatienten in Deutschland mittlerweile ein sehr hohes international anerkanntes Niveau erreicht. „Den alleine im Landkreis Waldshut betroffenen 500 Schlaganfall-Patienten im Jahr steht nun eine zertifizierte Schlaganfallbehandlung zur Verfügung, die bisher nur in großen Zentren durchgeführt werden konnte“, betont Geschäftsführerin Simone Jeitner. Um die Zertifizierung zu erhalten, muss neben den strukturierten Abläufen u.a. auch die Möglichkeit einer Angiographie (Röntgenuntersuchung) der Hirngefäße und einer Lyse-Behandlung rund um die Uhr, die Verfügbarkeit eines Computer- oder Kernspintomographen sowie die intensivpflegerische Betreuung der Patienten inklusive Überwachung am Monitor nachgewiesen werden. „Es muss erkennbar sein,  dass alle Voraussetzungen für eine optimale Behandlung von Patienten mit einem Schlaganfall vorhanden sind und auch im Alltag erfolgreich umgesetzt werden“, erläutert Dr. Sun Ju Kim, Chefärztin der Medizinischen Kliniken. „Wir sind sehr positiv beeindruckt von dem Riesenschritt, den Sie seit Eröffnung der Stroke-Unit gemacht haben. Wir sehen Sie auf einem sehr positiven Weg; Sie sind ein Vorbild für andere: Machen Sie weiter so ! “ führt Auditor Robert Faust vom TÜV Rheinland Cert/LGA InterCert im Namen des Auditorenteams aus, zu dem auch Professor Dr. Peter A. Ringleb vom Universitätsklinikum Heidelberg gehörte.

Wie aus heiterem Himmel, so berichten viele Patienten, habe sie der Schlag getroffen. Ursächlich für den Schlaganfall ist in den meisten Fällen ein verstopftes Blut leitendes Gefäß. Durch die daraus folgende Minderversorgung der Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen können wichtige Funktionen des Gehirns unvermittelt ("schlagartig") ausfallen, Zellen beginnen abzusterben. Jedes Jahr erleiden mehr als 200.000 Menschen einen Schlaganfall, 20 Prozent sterben innerhalb von drei Monaten an den Folgen, von den Überlebenden können nur 30 Prozent ihr bisheriges Leben uneingeschränkt fortsetzen. Damit ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland - nach Unfallfolgen ist der Schlaganfall die zweithäufigste Ursache für dauerhafte Behinderungen. Dabei gilt: Wer schnell versorgt wird, der hat gute Chancen. "Zeit ist Hirn" lautet die Devise.

Zurück