Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Hämotherapie

Seit der ersten erfolgreichen Äthernarkose im Jahre 1846 hat sich die Anästhesiologie zu einem wichtigen Fachgebiet in der Medizin entwickelt. Ohne die moderne Anästhesie wären die Fortschritte in der operativen Medizin, der Notfallmedizin und der Intensivmedizin nicht möglich gewesen. Die Anästhesiologie wird besonders durch die vier Säulen „A.I.N.S.“ des Fachgebietes charakterisiert:

A.I.N.S. – Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie

Diese Säulen des Fachgebietes sind in der Abteilung vertreten. Zusätzlich ist die Abteilung für die Hämotherapie (Behandlung mit Blutprodukten) im Spital zuständig.

Aufgaben der Ärzte der Abteilung und des gesamten Anästhesieteams:

  • Vor der Narkose und Operation mögliche Risiken minimieren.
  • Während der Eingriffe für Schmerzfreiheit sorgen und dabei die lebenswichtigen Organfunktionen überwachen, erhalten oder notfalls wieder herstellen.
  • Nach dem Eingriff eine qualifizierte Überwachung und gute Schmerzbehandlung gewährleisten sowie möglichen Komplikationen rechtzeitig begegnen.

Falls eine Operation bei Kindern notwendig wird, versuchen wir im Rahmen der Kinderanästhesie einfühlsam auf bestehende Ängste einzugehen und diese kindgerecht abzubauen.

Anästhesie

Die Abteilung verantwortet die sorgfältige Durchführung von Narkosen oder örtlichen Verfahren der Schmerzausschaltung (Regionalanästhesie) bei Patienten jeden Alters und unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Hierbei kommen die modernen Methoden des Fachgebietes der Anästhesie zur Anwendung. Vor jeder Narkose wird mit den Patienten ein intensives Aufklärungs- und Beratungsgespräch geführt, um das für den geplanten Eingriff geeignete Verfahren auszuwählen.

Zum Gespräch benötigen wir folgende Unterlagen:

  • Ausgefüllter Narkose-Fragebogen
  • Versichertenkarte
  • Überweisungsschein vom einweisenden Arzt oder unseren Ambulanzen mit dem Vermerk „Anästhesiologie“
  • In Ihrem Besitz befindliche medizinische Unterlagen, wie z. B. Arztbriefe, Röntgenbilder/-befunde, ein EKG, bei Medikamenteneinnahme den Beipackzettel
  • Aktuelle Laborwerte (der letzten 6 Monate)

Nach den Narkosen werden die Patienten im Aufwachraum überwacht, um kritische Nachwirkungen der Narkose rechtzeitig zu erkennen. Darüber hinaus steht rund um die Uhr ein Anästhesieteam zur Verfügung, um jederzeit Notfälle, z. B. im OP, auf der Station oder im Erstversorgungsraum behandeln zu können.

Nach ambulanten Eingriffen unter Narkose ist zu bedenken und einzuplanen, dass Sie für mindestens 24 Stunden weder verkehrs- noch geschäftstüchtig sind. Deshalb müssen Sie nach einem solchen Eingriff von einer erwachsenen Person abgeholt und für mindestens 24 Stunden lückenlos betreut werden. Bei jeder Form von Unwohlsein stellen Sie sich bitte unverzüglich bei uns vor, um Komplikationen rechtzeitig erkennen zu können.

Team

Ärzteteam der Abteilung Anästhesiologie, Intensivmedizin und Hämotherapie
Dr. med. Kurt Hergeth

Facharzt Anästhesie, Zusatzbezeichnungen: Intensivmedizin, spezielle Schmerztherapie, Notfallmedizin
Chefarzt
Dr. med. Volker Bechmann
Facharzt Anästhesie
Leitender Oberarzt
Dr. med. Jens Jacob
Facharzt Anästhesie, Zusatzbezeichnungen: Intensivmedizin, Notfallmedizin
Oberarzt
Dr. med. Lili Martin
Fachärztin Anästhesie
Funktionsoberärztin
Claudia Ruch
Fachärztin Anästhesie
Fachärztin

Intensivmedizin

Eine schwere Erkrankung, ein Unfall oder eine große Operation kann die Behandlung auf unserer Intensivstation und den Einsatz von vielen technischen Geräten erforderlich machen. Oft erwachsen daraus Sorgen und Nöte, die in einem persönlichen Gespräch mit unseren Pflegekräften und Ärzten Klärung finden sollten. So können Sie den Verlauf einer Erkrankung und die Vorteile des Einsatzes technischer Geräte besser verstehen.

Für diese Auskünfte steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn wir patientenbezogene Auskünfte nur an die nächsten Angehörigen und im Rahmen eines persönlichen Gespräches weiter geben. Dank einer engen Zusammenarbeit profitieren unsere Patienten gerade auch bei der Behandlung schwerer Erkrankungen von den Spezialkenntnissen aller Fachgebiete unseres Spitals.

Bild links: Patient mit einem Pulsmessgerät am Finger; Bild rechts: Ein Monitor mit den Daten des Gerätes

Notfallmedizin

Mit dem Fach Anästhesiologie ist die Notfallmedizin eng verbunden. Das Team der Anästhesieabteilung und der Intensivstation ist daher in die hausinterne Notfallversorgung eng eingebunden. Darüber hinaus sind die ärztlichen Mitarbeiter der Abteilung zusätzlich zu ihrem Einsatz im Spital als Notärzte und im Katastrophenschutz aktiv.

Schmerztherapie

Schmerzen nach einer Operation sind unangenehm für den Patienten und können auch den Heilungsprozess verzögern. Vor größeren operativen Eingriffen besprechen wir mit den Patienten Möglichkeiten der Schmerztherapie und das für sie am besten geeignete Verfahren.

Nach der Operation beginnt die Schmerzbehandlung im Aufwachraum – angepasst an die individuelle Situation. Außerdem besteht die Möglichkeit, postoperative Schmerzen mit ausgewählten Katheterverfahren (Regionalanästhesie) oder durch eine patientenkontrollierte Schmerztherapie (PCA) mittels Schmerzmittelpumpe zu behandeln.

Hämotherapie

Unter dem Begriff Hämotherapie wird die Behandlung mit Blutprodukten verstanden, beispielsweise auch der Ersatz verlorenen Blutes nach einem Unfall oder bei Notoperationen. Bei Patienten mit chronischer Blutarmut können auf Verordnung des Hausarztes Bluttransfusionen ambulant durchgeführt werden.

Ein Verfahren zur Vermeidung von Fremdblutgaben ist durch den Einsatz eines speziellen Sammel- und Aufbereitungsgerätes (Cellsaver) möglich. Mit dieser Methode wird körpereigenes Blut gesammelt, aufbereitet und transfundiert.

Bild links: Blutbeutel am Tropf angeschlossen; Bild rechts: Eine Patientin mit Infusion

Postoperative Schmerztherapie

Es gibt heute viele Methoden um Ihre Schmerzen erfolgreich und mit geringen Nebenwirkungen zu behandeln. Niemand muss nach einer Operation oder während einer Untersuchung Schmerzen aushalten. Sicherlich ist das „schmerzfreie Krankenhaus“ nicht immer erreichbar. Aber wir können Ihre Schmerzen so weit verringern, dass Ihr Heilungsverlauf dadurch nicht beeinträchtigt wird und Sie sich schnell wieder erholen können.

Wir verstehen die Schmerztherapie als Teamaufgabe bei der die Pflegekräfte, die Physiotherapeuten, Operateure und Anästhesisten zusammen arbeiten, um Sie bei Ihrer Genesung zu unterstützen. Ihr Anästhesist wird Sie im Rahmen des Anästhesieaufklärungsgespräches über die Möglichkeiten der postoperativen Schmerztherapie aufklären. Genauso gibt Ihnen auch Ihr Operateur und Stationsarzt bei der Operationsaufklärung darüber Auskunft.

Medikamentöse Schmerztherapie

Durch eine Auswahl von verschiedenen Analgetika (Medikamente gegen Schmerzen) können wir Ihre Schmerzen effektiv behandeln. Dazu werden Ihnen regelmäßig (meist 3 - 4 x täglich) zu festen Zeitpunkten Medikamente gegeben. Falls diese nicht ausreichen sollten, werden Sie bei Bedarf eine zusätzliche Medikation erhalten.

Dazu haben wir eine Verfahrensanweisung festgelegt, so dass Ihre zuständige Pflegekraft schnell und ohne Wartezeit auf den Stationsarzt Ihnen hochwirksame Analgetika verabreichen kann. Nach erfahrungsgemäß sehr schmerzhaften Operationen (z. B. größere Eingriffe im Bauchraum) können wir Ihnen eine spezielle Spritzenpumpe verordnen, mit der Sie sich selbst hochwirksame Medikamente verabreichen können (Patienten kontrollierte Analgesie „PCA“).

Regionalanästhesie­verfahren

Für viele Eingriffe besteht die Möglichkeit durch eine gezielte Blockade von Nerven eine sehr effektive Schmerztherapie durchzuführen („örtliche Betäubung“). Deshalb wird in unserer Abteilung der Anteil der Regionalanästhesieverfahren bei operativen Eingriffen kontinuierlich erhöht. Folgende Verfahren werden in unserem Spital durchgeführt:

Epiduralanästhesie

Hier wird im Bereich der Brust- oder Lendenwirbel ein dünner Schlauch („Katheter“) gelegt und darüber örtliche Betäubungsmittel und Analgetika verabreicht. Das Verfahren ist vor allem bei Operationen im Bauchraum sehr effektiv.

Regionalanästhesie des Armes

An verschiedenen Stellen (am Hals, unter dem Schlüsselbein, in der Achselhöhle) können die Nerven des Armes und der Schulter betäubt werden. Vor allem bei Schulter und Oberarmverletzungen werden diese Verfahren angewendet.

Regionalanästhesie des Beines

In der Leiste und am Oberschenkel können die Nerven des Beines blockiert werden. Vor allem bei Operationen am Knie und Fuß lässt sich eine gute Schmerzbekämpfung erreichen.

Was Sie beachten sollten

Schmerzmessung

Da jeder Mensch Schmerzen anders empfindet, sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Wir werden regelmäßig Ihre Schmerzen „messen“. Zur Einschätzung der Schmerzstärke hat es sich bewährt, eine Skala von 0 -10 anzuwenden. „0“ bedeutet keinen Schmerz, „10“ äußert starke Schmerzen. Bitte geben Sie auf Nachfrage an, wie stark Sie auf dieser Skala Ihre Schmerzen empfinden. Bei einem Wert von 4 oder höher, sollte der Schmerz behandelt werden.

Medikamenteneinnahme

Nehmen Sie die verordneten Medikamente bitte regelmäßig ein. Wenn Sie erst bei stärksten Schmerzen reagieren, steigt der Analgetikabedarf erheblich. Wenn die Wirkung des verordneten Schmerzmedikamentes nachzulassen beginnt, sollte die nächste Dosis eingenommen werden. Melden Sie sich bitte rechtzeitig, wenn trotz Therapie in Ruhe oder bei Belastung starke Schmerzen auftreten.

Bei relativ kurzzeitiger Anwendung, wie bei postoperativen Schmerzen, sind die Nebenwirkungen der Schmerztherapie gering. Bei Magenbeschwerden oder Übelkeit können die Medikamente verändert oder die Beschwerden therapiert werden. Eine Abhängigkeit oder Sucht wird auch bei Anwendung starker Schmerzmittel (Morphiumpräparate) in der postoperativen Schmerztherapie nicht auftreten.

Sprechstunde

Sprechstunde für Narkosevorbereitung
Montag – Freitag 13:30 – 15:30 Uhr

Sofern möglich ist eine telefonische Voranmeldung erwünscht.

Kontakt

Chefarzt

Dr. med. Kurt Hergeth

Facharzt für Anästhesiologie

Zuatzqualifikationen:
Intensivmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Notfallmedizin, Transfusionsverantwortlicher

kurt.hergeth@spitaeler-hochrhein.de

Spitäler Hochrhein GmbH
Spital Bad Säckingen
Anästhesiologie, Intensivmedizin und Hämotherapie
Meisenhartweg 14
79713 Bad Säckingen

Sekretariat

Sabine Tröndle

Telefon 07761 53-2050
Telefax 07761 53-2055
sabine.troendle@spitaeler-hochrhein.de