Allgemein- und Viszeralchirurgie

Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie/Minimal invasive Chirurgie

Die moderne Ausstattung der Abteilung und die erfahrene Kompetenz des ärztlichen und pflegerischen Teams erlauben es, das gesamte Spektrum des Bereichs operativ abzudecken. Es werden Operationen bei gutartigen und bösartigen Erkrankungen des Bauchraumes, des Enddarms, des Afters, der Bauchdecke und der Schilddrüse durchgeführt.

Gefäßchirurgische Eingriffe wie arterielle Bypass-Operationen, Embolektomien, Krampfaderoperationen, Dialyse-Shunt-Anlagen und Portimplantationen werden durchgeführt.

Im Bereich der Thoraxchirurgie werden offene Entfernungen von Lungenlappen bei gutartigen und bösartigen Tumoren vorgenommen, im Weiteren thorakoskopische (sog. VATS) Entfernungen von Lungenbläschen, Verklebungsoperationen und Schwartenentfernungen.

Außerdem bietet die Abteilung die Chirurgie der Körperoberfläche einschl. bösartiger Erkrankungen sowie Sentinel-Lymphknotenchirurgie an.

Die operative Behandlung von Krebserkrankungen wird in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Kollegen der Inneren Abteilung des Spitals Bad Säckingen sowie niedergelassenen Fachärzten und spezialisierten Kliniken (z. B. für die Bestrahlungstherapie) durchgeführt, da in der modernen Krebstherapie Spezialisten auch anderer Fachgebiete an der Behandlung beteiligt sind (sog. multimodale Therapie).

Team

Ärzteteam der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie
Dr. med. Johannes Zeller
Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie, Spezielle Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie, Unfallchirurgie, Phlebologie, Proktologie
Chefarzt
Sergej Kassil
Facharzt für Chirurgie, Notfallmedizin
Oberarzt

Minimal invasive Chirurgie

Die minimal invasive Chirurgie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend als Operationstechnik etabliert und stetig weiterentwickelt, so dass immer mehr Operationen in dieser Technik durchgeführt werden können.

Angeboten werden folgende laparoskopische Verfahren:

  • Entfernung der Gallenblase
  • Leistenbruchoperation (TEP- und TAPP-Technik)
  • Versorgung von Narbenhernien (IPOM-Technik)
  • Entfernung des Blinddarms
  • Lösung von Verwachsungen
  • Fundoplicatio bei Refluxkrankheit
  • Entfernung der Milz
  • Entfernung von Leberzysten
  • Entfernung von Magenwandtumoren
  • Dick- und Enddarmoperationen
  • Behandlung bei Vorfall des Mastdarms (Rektumprolaps)
  • Nebennierenchirurgie
Bild links: Durchblättern einer Akte; Bild rechts: Abtasten des Bauches bei der Hernienchirurgie

Hernienchirurgie

Die Behandlung von Bauchwandbrüchen aller Art stellt einen weiteren Schwerpunkt unserer chirurgischen Tätigkeit dar. Hier kommen häufig Leistenbrüche, Nabel- und Narbenbrüche sowie andere Hernien im Bereich der Bauchwand vor.

Durch moderne minimal invasive laparoskopische Operationstechniken und insbesondere die Verwendung von Kunststoffnetzen zur Bauchwandverstärkung konnten hier in den letzten 20 Jahren die Operationsergebnisse erheblich verbessert und dabei die Belastung für den Patienten bedeutend verringert werden.

Leistenhernien

Der Leistenbruch ist eine der häufigsten Diagnosen in einer chirurgischen Praxis oder Klinik. Männer sind dabei etwa neun mal häufiger betroffen als Frauen. Im Allgemeinen wird beim Vorliegen eines Leistenbruches die operative Therapie empfohlen, weil es sonst zu einer zunehmenden Vergrößerung des Befundes oder zu ernsthaften Komplikationen wie z. B. einer Darmeinklemmung kommen kann.

Aus einer Vielzahl verschiedener OP-Verfahren haben sich drei häufige und prinzipiell unterschiedliche Eingriffe etabliert, die hier im Hause individuell auf den Patienten zugeschnitten angeboten werden.

  • Die endoskopische Leistenbruch-OP (laparoskopische Hernioplastik / TEP) als minimal invasiver Eingriff ist die modernste und hier im Hause in den letzten Jahren auch die am häufigsten durchgeführte OP-Technik. Hierbei wird über eine spezielle Bauchspiegelung ein Kunststoffnetz eingebracht und vor dem Bauchfell über der Bruchlücke ausgebreitet, sodass diese Lücke damit sicher abgedeckt wird. Das Verfahren eignet sich für viele Patienten, verursacht wenig Beschwerden und hat eine schnelle Belastbarkeit nach dem Eingriff zur Folge. Besonders geeignet ist es auch bei beidseitigen Leistenbrüchen und bei wieder auftretendem Bruch nach offener Operation.
  • Die offene Leistenbruch-OP mit Netzimplantation (Lichtenstein-OP) ist ein seit vielen Jahren bewährtes OP-Verfahren, bei dem über einen Schnitt in der Leiste ein Netz in der Bauchwand über der Bruchlücke ausgebreitet wird. Dieser Eingriff kann in einer Regional- oder sogar Lokalanästhesie vorgenommen werden und eignet sich besonders für ältere Patienten mit entsprechenden Begleiterkrankungen, aber auch für sehr große Leistenbrüche, die bis in den Hodensack reichen.
  • Die offene Leistenbruch-OP mit Naht (Shouldice-OP) ist die "klassische" Operation, bei der die Bruchlücke im Leistenkanal über einen Leisten-Schnitt freigelegt und dann mit mehreren Nahtreihen verschlossen wird. Dieses Verfahren wird heute überwiegend bei Jugendlichen und jungen Frauen empfohlen, kann aber auch den Patienten angeboten werden, bei denen eine Netzimplantation ungünstig oder nicht gewünscht ist. In der Regel wird ein solcher Eingriff als ambulante OP durchgeführt.
Nabelhernien

Nabelbrüche bestehen vielfach schon von Kindheit an. Auch hier wird eine Operation empfohlen um Probleme wie Einklemmungen o. ä. zu vermeiden. Die Bruchlücke ist meistens relativ klein und kann deshalb in der Regel mit Nähten wieder verschlossen werden, bei größeren Bruchlücken kommt wiederum ein Netz als Bauchwandverstärkung zur Anwendung. Auch hier handelt es sich normalerweise um eine ambulante OP.

Narbenhernien

Nach größeren Bauchoperationen muss in einer Häufigkeit von bis zu 30 % mit dem Auftreten eines oder mehrerer Narbenbrüche gerechnet werden. Dabei kann die Bruchlücke nur wenige Zentimeter groß sein oder sich über die gesamte Länge der Operationsnarbe erstrecken, so dass manchmal eine Vorwölbung bis zur Größe eines Fußballes entstehen kann.

In der Regel ist bei der operativen Versorgung von solchen Narbenbrüchen die Implantation eines Kunststoffnetzes zur Bauchwandverstärkung erforderlich, weil es sonst sehr häufig zur erneuten Bruchbildung kommen kann.

Dies kann als offene Narbenhernien-Operation über einen Schnitt im Bereich der alten OP-Narbe erfolgen: dabei werden die Bruchlücken meistens mittels Naht verschlossen und das Kunststoffnetz zusätzlich entweder unter der Bauchwandmuskulatur (sublay) oder auf der Muskelhaut (onlay) ausgebreitet, um die Bauchdecke an dieser Schwachstelle zu verstärken.

Eine hervorragende Alternative ist inzwischen besonders bei größeren Narbenbrüchen und bei adipösen Patienten sowie Risikopatienten (z. B. unter Antikoagulation ) die minimal invasive Narbenhernien-Operation (laparoskopische OP in IPOM-Technik), bei der über eine Bauchspiegelung die Bruchlücken von innen freigelegt und dann mit einem speziellen beschichteten Kunststoffnetz breitflächig abgedeckt werden.

Diese Operation ist bei uns der Standard, da sie insbesondere für den Patienten alle Vorteile der laparoskopischen Operationen bietet (v. a. Vermeidung von größeren Wundflächen und wesentlich schnellere Erholungszeiten).

Onkologische Chirurgie

Im Bereich der onkologischen Chirurgie werden sämtliche Tumoroperationen von Magen, Darm, Enddarm, Gallenblase und der Gallenwege, Bauchspeicheldrüse sowie der Schilddrüse und der Leber durchgeführt. Alle Tumoroperationen erfolgen nach aktuellen onkologischen Standards.

Die Behandlung, die häufig zusätzlich zur Operation eine Bestrahlung und auch eine Chemotherapie erforderlich macht, wird mit den Kollegen der Strahlentherapie und der Onkologie eng abgestimmt und koordiniert. In 2-wöchigen Konferenzen im Rahmen des Tumorzentrums Hochrhein (TZH) mit allen an der Behandlung beteiligten Partnern, wird so ein für den Patienten maßgeschneidertes Konzept nach aktuell gültigen Leitlinien der onkologischen Fachgesellschaften festgelegt.

Für unsere Patienten ergibt sich daher der Vorteil, dass alle erforderlichen Fachdisziplinen am Haus bzw. am Spital Waldshut vorhanden sind und die Behandlung an einem Ort in enger Abstimmung aller Beteiligten erfolgen kann.


Eine der häufigsten Lokalisationen von Tumorabsiedlung ist die Leber. Hier wird neben modernsten Verfahren der Diagnostik (CT, MRT) ein differenziertes Behandlungskonzept bereitgestellt. Bei entsprechender Indikation kann operativ der tumortragende Teil der Leber entfernt werden. Hierbei erfolgt die Operation mit der Unterstützung durch Ultraschall. Falls sich die Tumore aufgrund ihrer Lage oder Zahl nicht für eine chirurgische Entfernung eignen, kann die Zerstörung der Herde mit einer Hochfrequenzsonde gewebeschonend und zuverlässig erfolgen.

Beim malignem Melanom und auch bei anderen Weichteiltumoren können wir das Verfahren zur Sentinel-Lymphknoten-Dissektion anbieten. Dieses Verfahren hilft, unnötige regionale Lymphknotendissektionen zu verhindern.

Endokrine Chirurgie

In diesem Bereich werden alle Eingriffe an Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Bauchspeicheldrüse durchgeführt.

Zu den häufigsten Erkrankungen zählt die Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf). Meist handelt es sich um eine Vergrößerung der gesamten Schilddrüse bedingt durch Jodmangel. Häufig kommt es auch zu einer Knotenbildung in der Schilddrüse, die je nach Stoffwechselverhalten auch zu einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse führen kann. Die operative Therapie erfolgt befundabhängig durch Entfernung eines Schilddrüsenlappens oder des knotig veränderten Schilddrüsenanteils.

Besonderes Augenmerk wird auf die sorgfältige Schonung der Stimmbandnerven gelegt. Neben einer differenzierten Operationstechnik kann durch den Einsatz moderner Verfahren wie dem Ultraschallskalpell die Sicherheit für den Patienten weiter erhöht werden. Bei malignen Tumoren der Schilddrüse erfolgt stadiengerecht die Entfernung der gesamten Schilddrüse inklusive der zugehörigen Lymphknoten.

Bei Zysten der Bauchspeicheldrüse als Folge abgelaufener Entzündungen kann sowohl laparoskopisch (minimal invasiv) oder konventionell eine interne Ableitung hergestellt werden. Relativ seltene hormonaktive Tumore der Bauchspeicheldrüse werden funktionserhaltend unter Ultraschallkontrolle operiert.

Proktologie

Im Vordergrund stehen die Behandlung von Enddarmleiden wie Hämorrhoiden, Fisteln und Fissuren. In den meisten Fällen wird bereits bei der ambulanten Untersuchung eine Enddarmspiegelung durchgeführt. Bei der Behandlung von Hämorrhoiden stehen verschiedenste Therapieformen zur Verfügung, die von konservativer Therapie über Ligaturbehandlungen bis hin zur Hämorrhoidenoperation reichen. Neben der konventionellen Hämorrhoidenoperation wird auch die Stapler-Hämorrhoidenoperation (Longo) angeboten.

Analfisteln werden nach gründlicher Diagnostik, gegebenenfalls durch Kernspintomographie und Endosonographie unter sorgfältiger Schonung des Schließmuskelapparates mit speziellen plastischen Verfahren verschlossen.

Weitere Verfahren zur Behandlung von End- oder Mastdarmvorfällen (Analprolaps, Rectumprolaps) sowie bei Schließmuskelschwäche stehen zur Verfügung.

Sprechstunde

Viszeralchirurgie
Mittwoch 10:00 – 11:30 Uhr
  13:30 - 14:30 Uhr

Jeweils nach telefonischer Voranmeldung.

Kontakt

Chefarzt

Dr. med. Johannes Zeller

Facharzt für Chirurgie

Schwerpunkte:
Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie, Unfallchirurgie, Phlebologie, Proktologie

johannes.zeller@spitaeler-hochrhein.de

Spitäler Hochrhein GmbH
Spital Bad Säckingen
Allgemein- und Viszeralchirurgie
Meisenhartweg 14
79713 Bad Säckingen

Sekretariat

Barbara Rzepka

T 07761 53-2200
F 07761 53-2205
barbara.rzepka@spitaeler-hochrhein.de